Ev.-luth. Kirchengemeinden Carolinensiel, Funnix-Berdum und Asel

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Termine rund um Advent und Weihnachten

Auf diesen Seiten finden Sie alle Termine zur Advents- und Weihnachtszeit in unseren Kirchen. 

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Weihnachten - Fest der Liebe

Im Jahresrhythmus der christlichen Welt hat das Weihnachtsfest eine besondere Bedeutung, sogar einen magischen Zauber, dem sich kaum jemand entziehen kann. Unterschiedliche Rituale mit Kerzen auf dem Adventskranz, Adventskalender, Adventslieder bereiten uns auf einen besonderen Festtag vor, das Weihnachtsfest. Dieses Fest wird oft umschrieben als Fest der Liebe, als Fest des Friedens und auch als Fest der Familie, weil es traditionell die meisten Familien zusammenführt.
Es ist verbunden mit Geschenken, besonders für die Kinder, mit gutem Essen und Trinken und der Erwartung von großer Harmonie. Eine überhöhte Erwartung ist auch gefährlich. Es birgt die Gefahr der Enttäuschung und sogar des Streits. Die hohe Erwartung ist für manche schon im Vorfeld des Festes ein Problem, weil sie zum Fest allein sein werden, weil sie keine Familie haben oder weil es Krach in der Familie gibt. Die Überhöhung dieses Festes macht es diesen Mitmenschen dann besonders schwer, mit der Einsamkeit gerade an Weihnachten zurecht zu kommen.
Natürlich wissen wir, dass sich heidnische Bräuche und Christenfreude über die Geburt des Retters in unseren Traditionen und Gebräuchen vermischt haben. Der obligatorische Weihnachtsbaum mit den Kerzen ist ein besonderes Beispiel hierfür. Wir wissen, dass Weihnachten auch einen massiven kommerziellen Hintergrund hat, bei dem es um Geschäft und Profit geht.  Das alles können wir in den verführerischen Einkaufspassagen und Konsumtempeln oder neuerdings im Internet zu Hause erleben. Wir wissen, dass wir es selbst gestalten können, die Balance zwischen Ruhe und Besinnlichkeit und Geschäftigkeit zu finden. Denn wir müssen nicht alles mitmachen, wozu wir vom Kommerz verführt werden sollen.
Wenn wir etwas von dem Zauber verspüren wollen, der von Weihnachten ausgeht, dann liegt es an uns, den Moment und den Ort dafür zu schaffen. Wenn wir von einem Zauber sprechen, dann ist damit ein Vorgang beschrieben, den wir sehen und erleben, den wir trotzdem nicht vollständig mit unserem Verstand und mit unserer Erfahrung erklären können. Dieser Zauber kann entstehen, wenn wir am beleuchteten Weihnachtsbaum miteinander Weihnachtslieder singen, in die Augen von glücklichen, beschenkten Kindern schauen oder gemeinsam der Weihnachtsgeschichte lauschen, die im Lukasevangelium, Kapitel 2 aufgeschrieben ist.
Ist es nicht auch bemerkenswert, dass viele Menschen, für die Religion und Glaube im täglichen Leben keine große Bedeutung haben, am Heiligabend und zu Weihnachten den Weg in die Kirche finden? Alle hören gerne die Weihnachtsgeschichte und sind irgendwie auch ergriffen von den besonderen Umständen der Geburt von Jesus in einem Stall und von der Verkündigung einer Freudenbotschaft an die Hirten auf dem Feld. Dort heißt es weiter in der Bibel, dass der Friede Gottes herabgekommen ist auf die Erde zu den Menschen durch die Geburt des Jesuskindes.
Auch der Bericht über den Stern über Bethlehem im Matthäus-Evangelium ist schön und rätselhaft. Die Geschichten aus den Evangelien sind manchmal schwer zu verstehen und benötigen eine Deutung. In einer aufgeklärten Welt, in der angewandte Naturwissenschaft und Technik dominiert, fällt vielen Menschen der Zugang zum Glauben schwer.
Es ist aber keine Frage des Glaubens, dass es diesen Jesus gegeben hat, über dessen Geburt, Leben und Wirken und über dessen Tod die Evangelisten berichten. Wir wissen, wie revolutionär er in seiner Zeit gewirkt hat, dass er unsere christliche Religion begründet hat, die unsere Kultur in Westeuropa in den Jahrhunderten geprägt hat. Durch sein Lebensbeispiel hat er uns den Weg beschrieben für wünschenswertes Sozialverhalten. In diesem Geiste sind auch unsere demokratischen Verfassungen der westlichen Welt entstanden. Sie alle eint der Gedanke, dass die Menschen zwar unterschiedliche Talente haben, sie aber alle gleich viel wert sind, gleiche Achtung verdienen und gleiche Rechte haben.
Die christliche Botschaft soll uns bewahren vor Überheblichkeit, sie mahnt Respekt und Mitmenschlichkeit ein. Das alles hat mit Weihnachten seinen Anfang genommen. Weihnachten ist auch eine Botschaft des Optimismus, dass auf dieser Welt bei allen Problemen und Unzulänglichkeiten, die Hoffnung bleibt.
Wenn wir diesen frohen Gedanken von Weihnachten teilen können, wenn dieser Gedanke uns durch ein ganzes Jahr tragen kann, dann verdient Weihnachten die Bezeichnung als Fest der Liebe. Das gilt unabhängig davon, ob wir gläubige oder zweifelnde Christen sind.
Ich wünsche Ihnen fröhliche, friedliche und besinnliche Weihnachten, wie auch immer Sie das Fest für sich gestalten.

Erich Hinrichs